PFAS-Ratgeber
Seit dem 12. Januar 2026 gilt in der Europäischen Union eine gesetzliche Grenze für PFAS im Trinkwasser, die sogenannten "Ewigkeitschemikalien". In Deutschland zeigen unabhängige Stichproben, dass PFAS im Leitungswasser verbreitet nachweisbar ist, auch wenn die meisten Werte unter dem neuen Grenzwert liegen. Der mit Abstand am besten dokumentierte Belastungsfall liegt im Raum Rastatt, Baden-Württemberg. Hier steht, was Behörden und unabhängige Untersuchungen dazu sagen, mit Quellen.
Die Richtlinie (EU) 2020/2184 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch wurde in Deutschland über die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) umgesetzt. Seit dem 12. Januar 2026 gilt in Phase 1 ein Summengrenzwert von 100 ng/l für 20 PFAS-Verbindungen (PFAS-20). Ab dem 12. Januar 2028 verschärft sich dieser Grenzwert in Phase 2 auf 20 ng/l für vier besonders relevante Stoffe (PFAS-4: PFHxS, PFOS, PFOA und PFNA).
Wasserversorger müssen künftig zudem einen risikobasierten Trinkwasserschutz umsetzen, eine Risikobewertung entlang der gesamten Versorgungskette, vom Einzugsgebiet bis zum Wasserhahn.
Eine BUND-Untersuchung (Juni bis Oktober 2025) fand PFAS in 42 von 46 untersuchten Trinkwasserproben. Vereinzelt lagen die Messergebnisse bereits über den neuen gesetzlichen Grenzwerten. Ihr lokaler Wasserversorger (Stadtwerke) veröffentlicht jährliche Qualitätsberichte, die auch PFAS-Messwerte enthalten; das Umweltbundesamt (UBA) stellt ergänzend Daten zu PFAS in Böden und Grundwasser bereit.
In den 1980er-Jahren wurde PFAS-belastetes Material als vermeintlicher "Bodenverbesserer" auf rund 1.000 Hektar Landwirtschaftsfläche im Raum Rastatt ausgebracht. Der Fall wurde erst 2013 entdeckt, als Routine-Wasserkontrollen erhöhte Werte zeigten, woraufhin zwei von drei Trinkwasserwerken in Rastatt geschlossen werden mussten.
Laut einer Schätzung des Technologiezentrums Wasser (TZW, August 2024) sind in Mittelbaden rund 490 Millionen Kubikmeter Grundwasser und 127 Quadratkilometer Fläche PFAS-belastet, eine nahezu Verdreifachung des Volumens gegenüber der Erhebung von 2020. Die Stadtwerke Rastatt betreiben seit 2018 eine Aktivkohleanlage im Wasserwerk Rauental, die PFAS gezielt aus dem Brunnenwasser entfernt. Privaten Brunnenbesitzern in belasteten Gebieten wird empfohlen, kein Grundwasser zu nutzen, auch nicht zum Gießen von Pflanzen oder Feldern.
Ihre Region
Was die offiziellen Messungen in Ihrem Versorgungsgebiet zeigen, der seit dem 12. Januar 2026 geltende Grenzwert, und was ein Filter ändert oder nicht. Mit Quellen zu jeder Aussage.
Ist Ihr Leitungswasser von PFAS betroffen ?
Geben Sie Ihre Postleitzahl ein: Sie erhalten sofort das PFAS-Dossier Ihrer Region, erstellt aus öffentlichen Trinkwasser-Kontrolldaten.
Das kostenlose PFAS-Dossier oben wird anhand Ihrer Postleitzahl erstellt: Es zeigt die gemeldete Lage in Ihrem Versorgungsgebiet, den geltenden Grenzwert, und die offiziellen Quellen (Umweltbundesamt, Stadtwerke, Landesbehörden). Keine kostenpflichtige Anmeldung, keine Verpflichtung.
Für die meisten deutschen Haushalte liegt das Leitungswasser laut den verfügbaren öffentlichen Daten unter dem neuen Grenzwert von 100 ng/l. Ein Hausfilter ist daher eher eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme als eine Lösung für ein flächendeckendes Problem: Er ist besonders sinnvoll in bekannten Belastungsgebieten wie Mittelbaden, bei privater Brunnennutzung, oder für alle, die ihre Belastung vor dem Inkrafttreten des strengeren PFAS-4-Grenzwerts 2028 senken möchten.
Aquelio entwickelt einen Anti-PFAS-Wasserfilter für die Unterspüle, ohne Strom. Das Produkt wird vor dem Verkauf von einem unabhängigen Labor getestet, am tatsächlich gefilterten Wasser, nicht nur anhand des Herstellerversprechens.
Fragen
Eine BUND-Untersuchung (Juni bis Oktober 2025) fand PFAS in 42 von 46 Trinkwasserproben, wobei vereinzelt Werte bereits über den neuen gesetzlichen Grenzwerten lagen. Seit dem 12. Januar 2026 gilt für alle öffentlichen Wasserversorger ein verbindlicher Summengrenzwert von 100 ng/l für 20 PFAS-Verbindungen.
Der Raum Rastatt in Baden-Württemberg. In den 1980er-Jahren wurde PFAS-belastetes Material als Bodenverbesserer auf rund 1.000 Hektar Landwirtschaftsfläche ausgebracht, entdeckt 2013 bei Routine-Wasserkontrollen. Laut Schätzung des Technologiezentrums Wasser sind in Mittelbaden rund 490 Millionen Kubikmeter Grundwasser betroffen.
Veröffentlicht im August 2026. Dieser Ratgeber nutzt dieselben Quellen wie das oben herunterladbare regionale PFAS-Dossier und wird aktualisiert, sobald neue offizielle Ergebnisse veröffentlicht werden.
Bevor Sie gehen
Das Dossier ist kostenlos und unverbindlich. Es zeigt, was die offiziellen Kontrollen wirklich in Ihrem Versorgungsgebiet messen.
Ist Ihr Leitungswasser von PFAS betroffen ?
Geben Sie Ihre Postleitzahl ein: Sie erhalten sofort das PFAS-Dossier Ihrer Region, erstellt aus öffentlichen Trinkwasser-Kontrolldaten.